Kurz vor Toresschluss: Die Bundestagswahl 2021 wird in einigen Stunden vorbei sein – und auf den letzten Metern ist es noch einmal richtig unsicher geworden

Wir haben uns in dem Seminar zur Wahlforschung im Sommersemester 2021 bis Anfang Juli mit ausgewählten Aspekten des sozialwissenschaftlichen Zugangs zu Wahlen und Parteien beschäftigt. Und die meisten der Themen, die von den vier Arbeitsgruppen behandelt wurden, sind uns in den vergangenen Wochen überall wieder auf die Füße gefallen. Apropos vergangene Wochen. Wer von uns hätte vor einem Jahr vorausgesehen oder auch nur ahnen können, wie sich (zumindest) die Umfragewerte bis zum heutigen Tag entwickelt haben. Dass die Grünen, die sich fast schon im Kanzleramt gesehen haben, so einen Absturz hingelegt haben. Dass die CDU/CSU, die von einem Erbpachtvertrag als stärkste Partei ausgegangen ist, dermaßen ins schlingern geraten ist? Dass die für viele lange Zeit als Scheintote um die 15 Prozent oszillierende SPD nunmehr an der Umfrage-Spitze liegt und der SPD-Kandidat Scholz echte Chancen hat, als nächster Bundeskanzler aus dem Rennen zu kommen?

Wie immer ist eine Visualisierung dieser gewaltigen Verschiebungen hilfreich – und ich greife dafür wieder auf eine Abbildung zurück, mit der ich auch im Seminar gearbeitet habe beim Thema Umfragen und Umfrageforschung: den pollytix-Wahltrend, der vor allem deshalb interessant ist, weil er die wichtigsten aktuellen Wahlumfragen bündelt und verdichtet. Und an dem kann man die tektonischen Verschiebungen innerhalb der letzten zwölf Monate hervorragend ablesen:

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Frankreich und „die“ Nichtwähler

Wir werden uns heute mit dem Thema „Nichtwähler“ beschäftigen. Das bewegt auch unsere Nachbarn in Frankreich, da gab es in den zurückliegenden Wochen zwei Wahldurchgänge, konkret die Regionalwahlen – und der hohe Anteil an Nichtwählern ist dort ein großes Thema:

Die mit Abstand größte Wählergruppe war in Frankreich am Sonntag nicht auf der Rechten, auf der Linken oder in der Mitte zu finden, sondern schlicht zu Hause. 66,1 Prozent der Wahlberechtigten verzichteten bei den Regionalwahlen darauf, ihre Stimme abzugeben. Damit fiel die Wahlbeteiligung im Vergleich zur vorigen Regionalwahl 2015 um 15 Prozentpunkte und lag bei 33,9 Prozent. Der Innenminister Gérald Darmanin nannte die hohe Zahl der Nichtwähler am Wahlabend „besonders besorgniserregend“.1

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Sachsen-Anhalt hat gewählt – mit interessanten Ergebnissen (auch und gerade für die Wahlforscher)

Sachsen-Anhalt – oder sagen wir genauer: ein Teil der Wahlberechtigten – hat gewählt und das Ergebnis, das am Abend des 6. Juni 2021 verkündet wurde, hat so manchen überrascht, auch (und vielleicht gerade) die zahlreichen Experten. Schauen wir uns zuerst einmal das Ergebnis 2021 im Vergleich zu dem aus dem Jahr 2016 an:

Man kann sich gar nicht ausreichend die Augen reiben angesichts dessen, was hier als Ergebnis zur Kenntnis genommen werden muss. Im Vorfeld wurden immer wieder drei zentrale Annahmen bzw. Vorhersagen in den Raum gestellt und diskutiert:

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Vor der ganz großen Wahl im September 2021 kommt noch eine Landtagswahl. In Sachsen-Anhalt. Und das wird nicht nur für die AfD-Arbeitsgruppe sehr spannend

Sie merken das, wenn Sie die Berichterstattung in den Medien verfolgen: Wir nähern uns der Bundestagswahl im September dieses Jahres und die meisten Politiker haben in den Wahlkampfmodus umgeschaltet. Ein aktuelles Beispiel mag das Dauerfeuer sein, das man nach dem Höhenflug der Grünen in den Umfragen vor und nach der Platzierung von Frau Baerbock als Kanzlerkandidatin (parallel zu dem mehr als holprigen Start des Kanzlerkandidaten der Unionsparteien) in vielen Medien serviert bekommt. Frau Baerbock ist jetzt da angekommen, wo nach einer Aussage des ehemaligen Vizekanzlers Joschka Fischer die „toxische Zone“ beginnt. Man wird sehen, wie sich das noch weiterentwickelt.

Aber vor der großen Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres gibt es noch eine Landtagswahl – und der Wahlsonntag ist morgen, am 6. Juni 2021. Im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt. Und viele Augen schauen auf diese Wahl, mehr noch als sonst vielleicht. Wir reden hier über ein kleines Bundesland – mit etwa 2,19 Millionen Einwohnern. Die beiden größten Städte des Landes sind die Landeshauptstadt Magdeburg und Halle (Saale), ein weiteres Oberzentrum ist Dessau-Roßlau.

In Sachsen-Anhalt regiert eine „interessante“ Koalition. Genauer gesagt: Wir haben es mit einer „Kenia-Koalition“ zu tun. Einer was bitte?

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Zwei Umfragen und zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse. Ein aktuelles Beispiel für die Tiefen und Untiefen der Wahlumfragen

Sie haben das alle mitbekommen, das Drama um die Nominierung des Kanzlerkandidaten für die beiden Unionsparteien CDU und CSU. Laschet gegen Söder – am Ende ist es dann nach einem Ritt auf der Rasierklinge der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet geworden. Man kann sich vorstellen, zur Enttäuschung derjenigen, die aus welchen Gründen auch immer auf Söder gesetzt bzw. gehofft haben.

Ich hatte Ihnen am Anfang der vergangenen Veranstaltung diese Abbildung zur Verfügung gestellt mit der Bitte, einmal darüber nachzudenken, wie es zu so unterschiedlichen Ergebnissen vor allem die Anteile der Unionsparteien und der Grünen betreffend kommen konnte:

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Ein Super-Wahljahr (und das im zweiten Corona-Jahr). Wahlforschung und mehr als Gegenstand des Seminars

Man muss es so nennen, das Jahr 2021: es ist ein Super-Wahljahr. Nicht nur hatten wir bereits im März 2021 die Landtagswahlen in den beiden Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, sondern am 6. Juni gibt es die nächste in Sachsen-Anhalt und dann den großen Wahlsonntag im Herbst des Jahres: Am 26. September wird nicht nur ein neuer Bundestag gewählt, sondern an diesem Tag finden auch noch zeitgleich die Landtagswahlen statt in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und die in Berlin zum dortigen Abgeordnetenhaus.

Die Ergebnisse aus den beiden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg habe ich Ihnen bereits mit der Foliensammlung zur Verfügung gestellt.

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Sommersemester 2021

Hier finden Sie den Blog zum Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“ als Teil des Moduls „Sozialökonomie“ im Sommersemester 2021. Weitere Informationen gibt es auf der OpenOlat-Seite zu dieser Veranstaltung, dort bitte eintragen, damit Sie per Mail erreichbar sind.