Erste Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Corona-Forschung: Von der Einsamkeit und einer derzeit noch (?) starken Resilienz

Ich hatte Ihnen am Anfang des Seminars einige Hinweise gegeben auf sozialwissenschaftliche Forschungsansätze, mit denen das, was wir derzeit als „Corona-Krise“ erleben, begleitend untersucht werden soll (vgl. dazu den Beitrag Die Corona-Krise diesseits und jenseits der virologischen Expertise: Ein originär sozialwissenschaftliches Thema vom 10. April 2020). Natürlich stellt sich die Frage, ob es bereits erste Erkenntnisse gibt aus den Befunden der Wissenschaftler. Schauen wir dazu beispielsweise auf die Arbeit des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Deren Wissenschaftler berichten beispielsweise:

»Die Eindämmungsmaßnahmen im Zuge der Corona-Ausbreitung haben das Leben vieler Menschen in Deutschland grundlegend geändert. Welche Konsequenzen dies neben ökonomischen Folgen auch für die psychische Gesundheit der Bevölkerung hat, darüber wurde in den vergangenen Wochen viel spekuliert. Die ökonomische Unsicherheit, die Mehrbelastung durch Homeoffice oder Kinderbetreuung und die fehlenden sozialen Kontakte – all dies könnte zu einem wesentlichen Anstieg der psychischen Belastung in der deutschen Bevölkerung führen. Aktuelle Ergebnisse der SOEP-CoV-Studie zeigen nun, dass die Menschen hierzulande den ersten Monat des Lockdowns besser verkraftet haben als erwartet. Zwar steigt die subjektive Einsamkeit im Vergleich zu den Vorjahren erheblich an, andere Indikatoren für psychische Belastungen (Lebenszufriedenheit, emotionales Wohlbefinden und Depressions- und Angstsymptomatik) sind jedoch bisher unverändert. Dies deutet auf eine starke Resilienz der Bevölkerung hin.«

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Neue Terminplanung für die Präsentationen und Diskussion der Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen

Nach dem heutigen Zoom-Meeting hier nun nochmal als Zusammenfassung die Ergebnisse die Präsentationstermine betreffend:

Die Präsentation und Diskussion der Ausarbeitungen der einzelnen Arbeitsgruppen werden stattfinden am

Donnerstag, 23. Juli 2020, 09:00 – 10:30 Uhr

sowie am

Freitag, 24. Juli 2020, 10:00 – 11:30 Uhr und 11:45 – 13:15 Uhr

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Terminplanung und mehr: Präsentation und Diskussion der Ergebnisse der Arbeitsgruppen

Wir stehen vor dem Zieleinlauf. Die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen soll, wie versprochen, vor Beginn der offiziellen Prüfungsphase Anfang Juli stattfinden. Das bedeutet, wir haben noch die kommende Woche für die letzten Vorbereitungen – einschließlich einer individuellen Gruppenberatung durch den Dozenten. Mehr dazu in einer Rundmail.

Die Präsentationen und die Diskussion im Plenum werden an den folgenden drei Terminen, jeweils am Dienstag in der Zeit von 11:45 – 13:15 Uhr stattfinden: 16., 23. und 30 Juni 2020. Und hier die Zuordnung der einzelnen Themen zu den drei genannten Terminen:

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Zur Psychologie der „Corona-Typen“

Wir alle sind nicht außenstehende Beobachter dessen, was gerade hier passiert und unter dem großen, erst einmal abstrakten Begriff von der „Corona-Krise“ behandelt wird. Wir sind alle Teil davon und hinsichtlich der Frage, wie wir damit umgehen, was wir derzeit (nicht) erleben, spielt wie sonst auch der Typus eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie kennen das aus anderen Zusammenhängen, vor allem aus kritischen Lebensereignissen: Die einen reagieren eher aggressiv, andere hingegen depressiv auf eine scheinbar gleiche Situation. Je nach Typ eben. Und auch die Bewältigungsversuche in viralen Zeiten variieren in Abhängigkeit von unterschiedlichen Typen.

Das ist auch Gegenstand der sozialwissenschaftlichen Forschung: »Der Psychologe Stephan Grünewald untersucht, wie die Deutschen in der Corona-Krise ticken. Er sagt: Es gibt acht verschiedene Typen«, berichtet Maria Fiedler in ihrem Artikel, der unter der bezeichnenden Überschrift „Für einige die Vorhölle, für andere ein ungestörtes Idyll“ steht. Bereits hier können wir erkennen: Das Spektrum ist ziemlich weit aufgespannt. Stephan Grünwald arbeitet seit vielen Jahren beim rheingold institut: Psychologische Markt-, Medien- und Kulturforschung, so die Selbstbeschreibung dessen, was die machen. Und das geht dann so weiter: »Seit drei Jahrzehnten entwickeln wir die tiefenpsychologische Marktforschung. Sie allein ermöglicht uns den wissenschaftlichen Blick hinter die seelischen Kulissen der Konsumenten, der Wähler, der User, der Zuschauer und liefert uns unverfälschte Einblicke für ein tiefgründiges Verstehen psychologischer Verhaltensweisen und Motive.«

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Und dann gleich ein Update zur Frage: Gibt es eine coronabedingte „Übersterblichkeit“ in Deutschland?

Im letzten Beitrag wurden hier die Daten aus der Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes präsentiert, hinsichtlich der vergleichenden Betrachtung der Sterbefallzahlen. Und nun gleich eine Aktualisierung, denn die neuesten Zahlen, die bis einschließlich der 19. Kalenderwoche reichen (also bis zum 10. Mai), zeigen eine Normalisierung der leichten Übersterblichkeit, die seitens der Statistiker für eine kurze Zeit von Ende März an in den Daten gefunden wurde:

Weitere Abbildungen und auch methodische Hinweise zu den Daten finden Sie in diesem Beitrag von mir:

➔ Stefan Sell (2020): Ein Update zur Frage: Gibt es eine coronabedingte „Übersterblichkeit“ in Deutschland?, in: Aktuelle Sozialpolitik, 05.06.2020

Gibt es eine „Übersterblichkeit“ aufgrund der Corona-Pandemie? Aktuelle Daten zur Entwicklung der Mortalität als Indikator für tödliche Folgen des Virus

Nicht wenige waren und sind völlig verunsichert angesichts stark voneinander abweichender Sterblichkeitswerte „durch Corona“ in einzelnen Ländern. Dabei sind die tatsächlichen Sterbefälle anders als die teilweise auf zahlreichen Annahmen und Schätzungen basierenden Kennzahlen ein „harter Indikator“ für die tödlichen Folgewirkungen der Pandemie (aber nicht für andere, mögliche Folgen, wie beispielsweise lebenslange Schäden, die auch nach einer „Genesung“ als Folgeschäden eintreten könnten).

Wie sieht die Entwicklung der Sterblichkeit im Vergleich aus? Gibt es eine coronabedingte Übersterblichkeit? Das Statistische Bundesamt – und auch die statistischen Ämter anderer Länder – haben zwischenzeitlich laufend aktualisierte Sonderauswertungen veröffentlichtet, die es möglich machen, einen Blick auf die tatsächliche Sterblichkeitsentwicklung zu werden. Schauen wir uns die Entwicklung für Deutschland einmal genauer an:

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Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zum Coronavirus Sars CoV-2: Von den Neuinfektionen in absoluten Zahlen bis zum Reproduktionswert R

Ich habe mir beim Robert Koch-Institut (RKI) die Originaldaten angeschaut und Ihnen die folgenden Abbildungen erstellt. Lassen Sie die mal auf sich wirken:

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Die Ambivalenz von Pest, Pocken oder Cholera: Pandemien führen oft zu Abschottung und Polarisierung. Aber auch zur Verbesserung der sozialen Umstände

In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits einen Ausflug in die Geschichte der Seuchen und deren Auswirkungen gemacht – und erstaunlich waren die vielen Parallelen zu heute. Dieser Ansatz soll hier noch weiter verfolgt werden.

»Grenzen dicht? Rufe nach dem starken Staat? Massenhaft Verschwörungstheorien? Wenn man sich mit Historikern wie Malte Thießen über die Entwicklung der Gesellschaft in der Coronakrise unterhält, dann sagt er zwischendrin gern: „Das ist Standard.“ Oder: „Das passt ins Bild.“ Der Münsteraner Forscher wirkt, als könnte ihn derzeit wenig überraschen. Denn: Eines seiner Spezialgebiete ist die Geschichte der Gesundheit. Und er sieht viele Parallelen zwischen Corona und den Reaktionen auf frühere Pandemien.« So beginnt dieser Artikel von Maria Fiedler: Wie Pandemien die Gesellschaft verändern. Die Erkenntnisse der Medizinhistoriker lassen sich in sieben Thesen zusammenfassen:

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Pest und HIV: Aus der Geschichte in den SARS-CoV-2-Zeiten lernen?

„Wie viele schöne Frauen, wie viele anmutige Jünglinge hatten am Morgen mit ihren Verwandten, Gesellen und Freunden gespeist, um am Abend desselben Tages in der anderen Welt mit ihren Ahnen zu tafeln.“
(Giovanni Boccaccio in Decamerone, wahrscheinlich verfasst in den Jahren zwischen 1349 und 1353).

Auch wenn wir den Eindruck haben, dass das eine einzigartige Erfahrung ist, die wir in der aktuellen Corona-Pandemie machen müssen – es gab schon in der Vergangenheit immer wieder Seuchen und Pandemien.

Foto: SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolat SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Elektronenmikroskopie, Negativkontrastierung (PTA). Maßstab: 100 nm. Quelle: Tobias Hoffmann, Michael Laue, Robert Koch-Institut (RKI), 2020. SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolate SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Negative staining electron microscopy, PTA staining. Scale bar: 100 nm. Source: Tobias Hoffmann, Michael Laue, Robert Koch Institute (RKI), 2020. 

»Pandemien wie SARS-CoV-2 gab es immer wieder im Laufe der Menschheitsgeschichte. Zu den verheerendsten zählt die Pest, die im Spätmittelalter etwa ein Drittel der Bevölkerung Europas dahinraffte. Die Katastrophe hatte weitreichende Folgen für die weitere Entwicklung des Kontinentes«, so dieser Beitrag des Deutschlandfunks: Als die Pest die Welt im Würgegriff hielt. Sie können sich den auch als Podcast anhören.

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Ärger mit dem „R“-Wert? Dann glätten wir den eben

Im letzten Beitrag habe ich versucht, Sie mitzunehmen in die Tiefen und Untiefen des R-Wertes, der ja gerade in diesen Tagen wieder heftig diskutiert wird nach dem (angeblichen) Anstieg (wieder) über 1. Aber das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine „Lösung“ für das Problem der nicht so schönen Schwankungen unter Berücksichtigung der „magischen Grenze“ von 1, die sich auch durch viele Statements von Politikern bis hin zu der ersten Physikerin des Landes, also unserer Bundeskanzlerin, die immer wieder vor der Presse versucht hat, die Bedeutung eines R-Werts von deutlich unter 1 zu erläutern.

Und jetzt das: Alles neu macht der Mai, auch die Reproduktionszahl, an die wir uns gerade erst als Maßzahl gewöhnt hatten (vgl. dazu beispielsweise Die Zahl, auf die alle schauen). Denn das Robert Koch-Institut hat klargestellt: R ist bei der Bewertung der Ausbreitung des Virus nicht allein entscheidend. Wichtig seien auch die Zahl der Neuinfektionen im Tagesvergleich, die Zahl der positiv ausgefallenen Tests und die Auslastung des Gesundheitswesens, so der RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Da sich das Infektionsniveau mit dem Coronavirus in Deutschland einem Plateau annähere, kann die Ansteckungsrate auch künftig um den Wert von eins liegen. Bei geringen Fallzahlen veränderten einzelne Ausbrüche wie an Schlachthöfen die Ansteckungsrate schnell. Das Institut will deshalb künftig auch eine Ansteckungsrate veröffentlichen, die einen längeren Zeitraum berücksichtigt – den sogenannten stabilen oder geglätteten R-Wert. Was ist das denn nun? Selbst das führende Fachmagazin der Virologie, also die BILD-Zeitung, scheint zu verzweifeln:

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