Was ist das eigentlich mit diesem „R“? Die Reproduktionszahl und ihre (Un)Tiefen

»Das Land lockert sich – doch die Experten des Robert Koch-Instituts warnen vor einer steigenden Reproduktionsrate des Coronavirus. In den kommenden Tagen sei besondere Wachsamkeit nötig«, kann man diesem Artikel entnehmen, der am 11. Mai 2020 veröffentlicht wurde: Ansteckungsrate in Deutschland zweiten Tag in Folge über kritischem Wert. Und weiter heißt es dort:

»Ein wichtiger Faktor für das weitere deutsche Vorgehen in der Viruskrise ist die Ansteckungsrate. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist diese nun am zweiten Tag in Folge wieder über den kritischen Wert von „1“ angestiegen. Das RKI teilte am Sonntagabend in seinem aktuellen Lagebericht mit, die Reproduktionsrate (R) werde aktuell auf 1,13 geschätzt, nach 1,1 am Samstag.« (Hervorhebungen nicht im Original).

In diesen Tagen taucht es überall auf, dieses „R“. Und man sollte wie auch sonst im Leben immer auf das Kleingedruckte achten, so auch auf die Formulierung „geschätzt“ in dem Zitat. Schauen wir uns das mal genauer an.

WeiterlesenWas ist das eigentlich mit diesem „R“? Die Reproduktionszahl und ihre (Un)Tiefen

Von solchen und anderen Zahlen. Die besondere Rolle der Statistik in der Corona-Krise. Zugleich ein Spiegelbild des Spannungsverhältnisses von Erwartungen an und der eigenen Logik der Wissenschaften

Es ist – eigentlich – noch nicht wirklich lange her, dass die Corona-Krise über uns gekommen ist. Erst ab Mitte März hat das Virus unsere Gesellschaft zumindest in der Berichterstattung vollständig infiziert. Und wahrscheinlich auch wegen der unglaublich dichten, jede Stunde des Tages beherrschenden Berichterstattung rund um dieses Thema fällt es un s gar nicht so einfach, zurückzudenken an die Tage vor einigen Wochen.

Aber eines kann man für diese Zeit sicher unzweifelhaft sagen: Wie gebannt haben alle auf Zahlengebilde und Abbildungen gestarrt, was ansonsten wenn überhaupt, dann einigen wenigen Wissenschaftlern und Fachexperten vorbehalten war (und in der „neuen“ Normalität wieder sein wird). Die tagtäglich verkündeten Fallzahlen wurden aufmerksam registriert – auch vor dem Hintergrund der Bilder, die uns zu der gleichen Zeit aus Italien erreichten, unfassbare Bilder völlig überlasteter Krankenhäuser und unzähliger Särge, die in Kirchen gestapelt oder von Militär-Lastwagen abtransportiert wurden.

WeiterlesenVon solchen und anderen Zahlen. Die besondere Rolle der Statistik in der Corona-Krise. Zugleich ein Spiegelbild des Spannungsverhältnisses von Erwartungen an und der eigenen Logik der Wissenschaften

Die Corona-Krise diesseits und jenseits der virologischen Expertise: Ein originär sozialwissenschaftliches Thema

Wir leben in viralen Zeiten. In den zurückliegenden Wochen hat eine besondere Berufsgruppe eine sicher vorher für unvorstellbar gehaltene Aufmerksamkeit erfahren: die Virologen. Nicht nur in den Medien werden gefühlt alle derzeit lebenden Vertreter dieser Fachrichtung aktiviert und vor die Kamera gezogen, auch die Politik stützt sich bei der Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden (müssen), weitgehend auf die virologische Expertise. Das ist natürlich auch naheliegend in der Lage, in der wir uns befinden. Aber nicht nur die Ereignisse haben sich in den wenigen Wochen, die hinter uns liegen, überschlagen, auch die Maßnahmen, die zwischenzeitlich im wahrsten Sinne des Wortes über uns gekommen sind.

Allerdings hat das nun sicher jeder und jede mitbekommen: Diese Maßnahmen gegen eine zu schnelle Ausbreitung des Virus sind nicht nur von Bedeutung für die medizinischen und pflegerischen Versorgungskapazitäten in einem Land, sie haben auch enorme Folgewirkungen, die uns noch lange nach der Krise beschäftigen werden. Man denke hier beispielsweise an die wirtschaftliche Auswirkungen der gegenwärtigen und noch anhaltenden Stilllegung weiter Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. Oder an die Folgen für die Kita- und Schulkinder sowie deren Familien bis hin zu den immer wieder und immer öfter vorgetragenen Befürchtung, dass beispielsweise die häusliche Gewalt in manchen Familien aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote zunehmen wird. Das sind Themen, die im Mittelpunkt sozialwissenschaftlichen Denkens stehen (sollten).

WeiterlesenDie Corona-Krise diesseits und jenseits der virologischen Expertise: Ein originär sozialwissenschaftliches Thema

Einige Informationen zum Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“

Ich habe heute eine erste Rundmail verschickt an die Studierenden, die sich bis heute für den Mail-Verteiler angemeldet haben. In dieser Mail finden Sie einen Hinweis auf ein Video, in dem ich einige Informationen zum weiteren Ablauf des Seminars gebe – heute Nachmittag wäre ja die erste Präsenzveranstaltung im herkömmlichen Sinne gewesen, wenn uns nicht das Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Sollte es also noch einen oder mehrere potenzielle Teilnehmer am Seminar geben, die sich nicht zum Mailverteiler angemeldet haben, dann holen Sie das bitte jetzt nach. Ansonsten kann ich Sie nicht mit den erforderlichen Informationen und Materialien wie dem Video, die über die Blog-Beiträge hier hinausgehen, versorgen.

Seminar Angewandte Sozialwissenschaften: Allgemeine Hinweise zu einem ganz besonderen Semester und Einrichtung eines E-Mail-Verteilers

Liebe Studenten,

ab dem 30. März 2020 sollte für Sie – eigentlich – das Sommersemester 2020 mit der ersten Veranstaltung zur Angewandten Sozialwissenschaften beginnen. Aber es wird kein normales Semester geben können, sondern wir alle befinden uns im Strudel der Ereignisse rund um die Coronavirus-Krise und die Hochschulen sind vorerst bis zum 20. April hinsichtlich des normalen Lehrbetriebs vom Netz genommen. Es dürfen keine Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. 

Wir alle arbeiten gerade intensiv daran, wie wir mit dieser für uns alle völlig neuen Situation umgehen können. Natürlich gibt es Alternativen zu dem, was man normalerweise im Rahmen eines solchen Seminars machen würde. Online-Angebote sind das Gebot der Stunde – aber sie sind schon bei den „klassischen“ Vorlesungen gar nicht so einfach und bei dem hier geplanten Seminar stellen sich noch weitere, überaus schwierige Herausforderungen. In diesem Zusammenhang ist es durchaus von Vorteil, dass ich schon seit langem für jede meiner Lehrveranstaltungen einen eigenen Blog betreibe und darüber zahlreiche ergänzende Angebote während der regulären Veranstaltungen zur Verfügung stelle. 

Ich werde mich demnächst hier wieder melden. In der Zwischenzeit möchte ich Sie bitten, den folgenden Link einmal für eine Anmeldung zu meinem Mail-Verteiler für diese Veranstaltung zu nutzen, denn ich erstelle einen solchen Verteiler für jede meiner Lehrveranstaltungen, damit ich Sie immer und zeitnah erreichen und versorgen kann:

➔ Anmeldung für den E-Mail-Verteiler für das Seminar Angewandte Sozialwissenschaften im SoSe 2020

Wichtiger Hinweis: Tragen Sie in die Betreff-Zeile im Mail-Fenster ein: Sozialwissenschaften und dann in das Text-Fenster lediglich die Mail-Adresse, die ich in den Verteiler für das Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“ aufnehmen soll. Bitte verwenden Sie ausschließlich Ihre Hochschule-Mailadresse, die jeder von Ihnen bekommen hat. Sie können überall auf Ihren Smartphones und Ihren Notebooks/PCs in den Mailprogrammen, die Sie nutzen, die Mails, die an diese Adressen gesendet werden, überall und zu jeder Zeit abrufen.