Werden wir (zunehmend) manipuliert? Zur Problematik des möglichen Einflusses von Deep Fakes auf Wahlen

»Durch künstliche Intelligenz wird es einfacher, politische Wahlen im Vorfeld zu beeinflussen. Warum ist die Gefahr durch Deepfakes und sonstige Desinformation so groß? Was tun Regierungen und Tech-Unternehmen dagegen?« Diesen Fragen geht dieser Beitrag des Deutschlandfunks nach: Wie mit KI Wahlen manipuliert werden könnten (30.04.2024). Das ist schon mal eine erste Einführung. Auch die Bundesregierung hat sich dazu im Januar 2024 geäußert: Das Ringen um die Wahrheit im Superwahljahr 2024.

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Die Europawahl am 9. Juni 2024 und das Soziale. Wie wäre es mit dem Sozial-O-Mat?

Sie kennen möglicherweise das Angebot des Wahl-O-Mat. Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Er hat sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert: Insgesamt wurde er bislang vor Wahlen über 115 Millionen Mal genutzt. Der Wahl-O-Mat ist ein Frage-und-Antwort-Tool, das zeigt, welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht. 38 Thesen können mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ beantwortet werden – alle zur Wahl zugelassenen Parteien können sich am Wahl-O-Mat beteiligen. Auf diese Weise können die Nutzerinnen und Nutzer die eigenen Antworten mit denen der Parteien abgleichen. Der Wahl-O-Mat errechnet daraufhin den Grad der persönlichen Übereinstimmung mit den ausgewählten Parteien.

Am 9. Juni 2024 wird ein neues Europäisches Parlament gewählt. Im Wahl-O-Mat zur Europawahl 2024 sind 35 Parteien und sonstige politische Vereinigungen vertreten.

➔ Zur Europawahl am 9. Juni 2024 treten in Deutschland 35 Parteien und sonstige politische Vereinigungen an. Hier finden Sie zu jeder ein Kurz-Profil: https://www.bpb.de/themen/parteien/wer-steht-zur-wahl/europawahl-2024/

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Plakate und ihre Bedeutung für einen modernen Wahlkampf. Wie kommt man zu den Befunden über die (angebliche) Wirkung von Wahlplakaten?

Es wird den einen oder anderen überrascht haben, was ich in dem Beitrag Altmodischer Wahlkampf mit Plakaten. Kann weg – oder doch nicht? berichtet habe: »Sie sind altmodisch, billig und technisch simpel. Trotzdem hängen Wahlplakate auch in unserer digitalen Zeit noch gefühlt überall. Und das angeblich zu Recht, so Fachleute.« Und zu diesen Fachleuten konnte man lesen: »Obwohl Wahlplakate im Vergleich zu anderen Medien wie dem Fernsehen oder dem Netz älter, technisch einfacher und oft schlichter sind, erreichen sie mehr potentielle Wählerinnen und Wähler. Plakate hätten von allen Wahlkampfinstrumenten der Parteien die größte Reichweite, sagt der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim über Wahlplakate.«

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Altmodischer Wahlkampf mit Plakaten. Kann weg – oder doch nicht?

Sie sind altmodisch, billig und technisch simpel. Trotzdem hängen Wahlplakate auch in unserer digitalen Zeit noch gefühlt überall. Und das angeblich zu Recht, so Fachleute.

»Der Angriff auf den sächsischen SPD-Europapolitiker Matthias Ecke beim Plakatieren hat eine Debatte über politische Gewalt und besseren Schutz von Politikerinnen und Politikern ausgelöst. Doch unabhängig davon, welche Folgen die Attacke haben wird: Wahlplakate werden wohl auch weiterhin von Parteien für den Wahlkampf eingesetzt werden – trotz aller digitalen Alternativen«, so Christian Spöcker in seinem Beitrag mit dem Interesse generierenden Titel Experten: Wahlplakate erreichen mehr Menschen als Instagram und Facebook. Das erstaunt erst einmal, wenn man bedenkt, dass ansonsten immer wieder der Gang und die Aktivität auf den Social Media-Plattformen als das Erfolgsrezept für Wahlkämpfer in den heutigen Zeiten beschworen wird.

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Doch nicht ganz so „rechts“? Die Jugend und eine Studie, die ergeben hat …

Erinnern Sie sich noch an den Beitrag Eine repräsentative Umfrage hat ergeben … Wie sieht es aus, mit „der Jugend“ in Deutschland?, den ich hier am 23. April veröffentlicht habe? »Eine repräsentative Befragung zeigt: Die junge Generation in Deutschland blickt düster in die Zukunft. Viele klagen über mentale Belastung und sind politisch unzufrieden. Davon profitiert offenbar vor allem die AfD«, so begann einer der vielen Artikel, die über die Trendstudie “Jugend in Deutschland 2024: Verantwortung für die Zukunft? Ja, aber“ berichtet haben. „Wir können von einem deutlichen Rechtsruck in der jungen Bevölkerung sprechen. Das schlägt sich in den politischen Präferenzen der 14- bis 29-Jährigen nieder. Während die Parteien der Ampelregierung in der Gunst immer weiter absinken, hat die AfD besonders großen Zulauf“, wird der Studienautor und Bildungsforscher Klaus Hurrelmann von der Hertie School Berlin zitiert.

Und nun kommen solche Artikel: Ist die Jugend doch nicht rechts? »Eine Studie ergab, dass die AfD bei Jungwählern die beliebteste Partei ist. Aber nun gibt es Zweifel an den Ergebnissen«, berichtet Mark Schieritz in der ZEIT. Was soll da los sein?

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Eine wichtige Quelle der Wahlforschung: Die repräsentative Wahlstatistik

Was wissen wir neben Umfragen wirklich über das Wahlverhalten, beispielsweise hinsichtlich der Frage, ob Frauen und Männer unterschiedlich ihre Stimmen auf die Parteien verteilen, ob und was junge Wähler/innen wählen und wie das bei den Älteren aussieht?

Eine bedeutsame statistische Quelle ist die sogenannte „Repräsentative Wahlstatistik“. Was ist das genau?

Man kann das an deren Ergebnisse über die letzte Bundestagswahl im Jahr 2021 aufzeigen.

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Immer diese Repräsentativität. Oder: Vorsicht ist die Mutter (nicht nur) der statistischen Porzellankiste

Wir haben uns ja schon eingehender mit den in der Wahlforschung und anderen Teilgebieten der modernen Sozialforschung so bedeutsamen Umfragen beschäftigt. In der aktuellen sozialpolitischen Diskussion finden Sie nun ein „Lehrbuchbeispiel“, mit dem man aufzeigen kann, dass es immer angezeigt ist, genau hinzuschauen.

Es geht konkret um solche Meldungen: Bilanz zum Bürgergeld: Jobcenterbeschäftigte sehen kaum Verbesserungen: »Nur knapp jeder fünfte Jobcenterbeschäftigte glaubt, dass die Einführung des Bürgergelds eine Verbesserung gebracht hat. Etwa die Hälfte sieht eine Verschlechterung. Das ist das Ergebnis einer Befragung.« Auch das Fachmagazin für Sozialpolitik mit den großen Buchstaben, die BILD-Zeitung, hat das aufgegriffen: Das läuft falsch beim Bürgergeld! »Das Bürgergeld und dessen Erhöhung wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und mehrerer Universitäten zeigt: Sogar bei Jobcenter-Mitarbeitern stößt die aktuelle Praxis auf heftigen Widerstand!«

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Eine repräsentative Umfrage hat ergeben … Wie sieht es aus, mit „der Jugend“ in Deutschland?

»Eine repräsentative Befragung zeigt: Die junge Generation in Deutschland blickt düster in die Zukunft. Viele klagen über mentale Belastung und sind politisch unzufrieden. Davon profitiert offenbar vor allem die AfD«, so beginnt der Artikel So pessimistisch wie noch nie von Philipp Wundersee, der am 23. April 2024 veröffentlicht wurde. Er bezieht sch auf die Studie „Jugend in Deutschland“, die seit 2020 regelmäßig vom Jugendforscher Simon Schnetzer durchgeführt wird.

»Im Vergleich zu den früheren Studien scheint die Stimmung derzeit zu kippen. Das zeigt sich an einem hohen Ausmaß von psychischen Belastungen wie Stress, den 51 Prozent der Befragten angeben. Ähnlich zur Erschöpfung (36%) und der Hilflosigkeit (17%), die in den letzten drei Jahren trotz des Abflauens der Corona-Pandemie weiter angestiegen sind. Es geben elf Prozent der Befragten an, aktuell wegen psychischer Störungen in Behandlung zu sein.«

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Ein Wahljahr. Und viele Fragen an die Wahlforschung. Was macht und weiß diese sozialwissenschaftliche Disziplin?

Ich hatte Ihnen in der Einführungsveranstaltung dargestellt, mit welchem Schwerpunktthema wir uns in diesem Semester in dem Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“ intensiver beschäftigen werden: mit der Wahlforschung. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes um die Anwendung sozialwissenschaftlichen Wissens und der Methoden, mit der man den Menschen und Institutionen in einer Gesellschaft zu Leibe rücken versucht. Ein anspruchsvolles Anliegen, zugleich aber sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass „die“ Wahlforschung auch instrumentalisiert wird oder werden kann, zum einen von den Auftraggebern der zahlreichen Meinungsumfragen, zum anderen aber auch aus sich selbst heraus, denn es können durchaus Trends gesetzt und verstärkt, Eindrücke erzeugt und tatsächliches Wahlverhalten beeinflusst werden.

Und warum dieses Thema im Sommersemester 2024?

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