Immer diese Repräsentativität. Oder: Vorsicht ist die Mutter (nicht nur) der statistischen Porzellankiste

Wir haben uns ja schon eingehender mit den in der Wahlforschung und anderen Teilgebieten der modernen Sozialforschung so bedeutsamen Umfragen beschäftigt. In der aktuellen sozialpolitischen Diskussion finden Sie nun ein „Lehrbuchbeispiel“, mit dem man aufzeigen kann, dass es immer angezeigt ist, genau hinzuschauen.

Es geht konkret um solche Meldungen: Bilanz zum Bürgergeld: Jobcenterbeschäftigte sehen kaum Verbesserungen: »Nur knapp jeder fünfte Jobcenterbeschäftigte glaubt, dass die Einführung des Bürgergelds eine Verbesserung gebracht hat. Etwa die Hälfte sieht eine Verschlechterung. Das ist das Ergebnis einer Befragung.« Auch das Fachmagazin für Sozialpolitik mit den großen Buchstaben, die BILD-Zeitung, hat das aufgegriffen: Das läuft falsch beim Bürgergeld! »Das Bürgergeld und dessen Erhöhung wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und mehrerer Universitäten zeigt: Sogar bei Jobcenter-Mitarbeitern stößt die aktuelle Praxis auf heftigen Widerstand!«

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Eine repräsentative Umfrage hat ergeben … Wie sieht es aus, mit „der Jugend“ in Deutschland?

»Eine repräsentative Befragung zeigt: Die junge Generation in Deutschland blickt düster in die Zukunft. Viele klagen über mentale Belastung und sind politisch unzufrieden. Davon profitiert offenbar vor allem die AfD«, so beginnt der Artikel So pessimistisch wie noch nie von Philipp Wundersee, der am 23. April 2024 veröffentlicht wurde. Er bezieht sch auf die Studie „Jugend in Deutschland“, die seit 2020 regelmäßig vom Jugendforscher Simon Schnetzer durchgeführt wird.

»Im Vergleich zu den früheren Studien scheint die Stimmung derzeit zu kippen. Das zeigt sich an einem hohen Ausmaß von psychischen Belastungen wie Stress, den 51 Prozent der Befragten angeben. Ähnlich zur Erschöpfung (36%) und der Hilflosigkeit (17%), die in den letzten drei Jahren trotz des Abflauens der Corona-Pandemie weiter angestiegen sind. Es geben elf Prozent der Befragten an, aktuell wegen psychischer Störungen in Behandlung zu sein.«

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Ein Wahljahr. Und viele Fragen an die Wahlforschung. Was macht und weiß diese sozialwissenschaftliche Disziplin?

Ich hatte Ihnen in der Einführungsveranstaltung dargestellt, mit welchem Schwerpunktthema wir uns in diesem Semester in dem Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“ intensiver beschäftigen werden: mit der Wahlforschung. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes um die Anwendung sozialwissenschaftlichen Wissens und der Methoden, mit der man den Menschen und Institutionen in einer Gesellschaft zu Leibe rücken versucht. Ein anspruchsvolles Anliegen, zugleich aber sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass „die“ Wahlforschung auch instrumentalisiert wird oder werden kann, zum einen von den Auftraggebern der zahlreichen Meinungsumfragen, zum anderen aber auch aus sich selbst heraus, denn es können durchaus Trends gesetzt und verstärkt, Eindrücke erzeugt und tatsächliches Wahlverhalten beeinflusst werden.

Und warum dieses Thema im Sommersemester 2024?

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Sommersemester 2024

Hier finden Sie den Blog zum Seminar „Angewandte Sozialwissenschaften“ als Teil des Moduls „Sozialökonomie“ im Sommersemester 2024. Weitere Informationen gibt es auf der Olat-Seite zu dieser Veranstaltung, dort bitte als Teilnehmer eintragen, damit Sie alle Mitteilungen auch direkt per Mail erhalten (➔ im Olat-Katalog: G A 02 Sozialökonomie: Angewandte Sozialwissenschaften).

Die erste Veranstaltung wird am 09.04.2024 stattfinden.