WfbM (Werkstätten für behinderte Menschen)

(27.06.2022) Ergänzend zu der hier präsentierten Materialsammlung möchte ich auf die folgende Studie hinweisen, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde:

Corona: Deutliche Rückschritte für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen – DVfR legt Bericht zu den Auswirkungen der Pandemie vor (02.07.2022)
Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Teilhabe und Rehabilitation auswirkt. Der jetzt vorgelegte Abschlussbericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders betroffen sind. Die Ergebnisse weisen auf deutliche Rückschritte in Teilhabe und Inklusion hin. Deshalb sind Verantwortliche in Politik und Rehabilitation gefordert, die im Bericht empfohlenen Handlungsoptionen zu prüfen.

Konsultationsprozess: Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Zeiten der Corona-Pandemie: Auf der Seite finden Sie den 2. Teilbericht: Arbeitsleben (einschließlich beruflicher Rehabilitation), darin auch Ausführungen zu den Werkstätten für behinderte Menschen.

Und aus dem ersten Corona-Jahr 2020 habe ich diese Studie gefunden:

➔ Lotte Habermann-Horstmeier (2020): Die Situation von Menschen mit geistiger Behinderung in Zeiten der COVID-19- Pandemie aus Sicht der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Betreuungskräfte. Ergebnisse einer qualitativen Public-Health-Studie, Villingen-Schwenningen: Villingen Institute of Public Health (VIPH), 10.08.2020

(01.06.2022) Und hier noch Hinweise auf Drucksachen aus dem Deutschen Bundestag, in denen es explizit um die Werkstätten geht:

Situation der Werkstätten für behinderte Menschen während der SARS-CoV-2-Pandemie, BT-Drs. 19/25204 vom 11.12.2020. Diese Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag ist am Ende des ersten Corona-Jahres veröffentlicht worden.

Anfang dieses Jahres wurde diese Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag veröffentlicht, darin finden sich auch Aussagen zu den Werkstätten:

Menschen mit Behinderungen in der Corona-Pandemie, BT-Drs. 20/376 vom 10.01.2022

(01.06.2022) Aus dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, einem Zusammenschluss der öffentlichen und freien Träger sozialer Arbeit, kommt diese neue, kurze Veröffentlichung zum Thema Werkstätten für behinderte Menschen:

➔ Michael Weber (2022): Werkstätten für behinderte Menschen – Inklusionshemmnis oder Weg zur Teilhabe?, Freiburg: Lambertus, 2022
»Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) werden fehlende Wirtschaftlichkeit, unangemessene Entlohnung, schlechte Übergangsquoten auf den ersten Arbeitsmarkt und sogar Gewaltanwendungen vorgeworfen. Der Autor setzt sich Punkt für Punkt mit dieser Kritik auseinander und zeigt praxisorientiert auf, wie die Werkstätten dennoch zu einer gelingenden Teilhabe an Arbeit beitragen können. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die derzeit diskutierte Reform des Entgeltsystems gelegt.«

Hinweis: Sie können das Buch (64 Seiten) als E-Book (PDF-Format) für sensationelle 7,99 Euro beispielsweise hier kaufen – oder Sie bestellen das Buch in gedruckter Form beim Lambertus-Verlag.


(01.06.2022) Hinsichtlich der Recherche über (neue) Veröffentlichungen zum Thema WfbM möchte ich Sie auf dieses Angebot aufmerksam machen:

REHADAT: Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
»Literatur zu Kon­zep­ti­on, Auf­trag und Wei­ter­ent­wick­lung der Werk­statt für be­hin­der­te Men­schen (WfbM). Dar­un­ter Werk­stät­ten­por­träts, Mo­del­le des Über­gangs auf den all­ge­mei­nen Ar­beits­markt (Bud­get für Ar­beit), As­pek­te der recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen, des Werk­stät­ten­rechts und zum Recht der Werk­statt­be­schäf­tig­ten auf Par­ti­zi­pa­ti­on, Mit­wir­kung & Mit­be­stim­mung.«

(16.05.2022) Mit Blick auf die Themenstellung der Arbeitsgruppe – also die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Werkstätten für behinderte Menschen, möchte ich Sie auf diese Studie hinweisen:

➔ Dietrich Engels et al. (2021): Die Coronapandemie in der Behindertenhilfe. Auswirkungen, Probleme, Lösungen, Hamburg: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 2021

Die Studie ist zum einen für die Arbeitsgruppe interessant, weil hier am Anfang in einem methodischen Teil darüber berichtet wird, wie man an die Befragung der einzelnen Teilbereiche der Behindertenhilfe herangegangen ist. Zum anderen finden Sie ab S. 24ff. die Darstellung „Auswirkungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung“. Also genau Ihr Thema.

Und ebenfalls interessant:

➔ Matthias Vollbracht et al. (2021): Coronapandemie rückt Inklusionshürden wieder ins Bewusstsein. Behindertenhilfe in Deutschland – Trendbericht 2021, Hamburg: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

(07.05.2022) Wir hatten am Donnerstag in der Präsenzveranstaltung über die Besonderheiten der Werkstätten gesprochen – und bei dem Thema, mit wem man sprechen könnte in einer WfbM, habe ich Sie auf die Institution der „Werkstatträte“ hingewiesen. Das sind gewählte Vertretungen derjenigen, die in einer Werkstatt als Menschen mit einer Behinderung arbeiten. Das findet nichts im luftleeren Raum statt, sondern dafür gibt es eine rechtliche Grundlagen, die finden Sie hier: Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO). Deren gesetzliche Grundlage ist Kapitel 12 des SGB IX (§§ 219-227 SGB IX). Das SGB IX regelt die „Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“.

Die Werkstatträte Deutschland haben einen eigenen Internet-Auftritt, den Sie hier einsehen können ➞ www.werkstatträte-deutschland.de.

Zum Thema Werkstatträte gibt es dieses neue Buch, eine Dissertation über das Thema, das Sie kostenlos herunterladen können:

➔ Viviane Schachler (2022): Partizipation durch Werkstatträte, Wiesbaden 2022

Und nicht nur zu den WfbM, sondern zu allen Themen der Behindertenpolitik berichtet diese Nachrichten-Seite ➞ kobinet-nachrichten. Tagesaktuelle Nachrichten zur Behindertenpolitik.

(06.05.2022) Hier ein interessanter Text, aus dem Jahr 2016, aber heute noch sehr relevant:

➔ Dorit Kowitz (2016): Werkstattbericht, in: brand eins. Wirtschaftsmagazin, Heft 3/2016: »Noch nie gab es hierzulande so wenige Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Und noch nie so viele Beschäftigte in Behindertenwerkstätten. Hintergründe eines paradoxen Booms.«

(04.05.2022) »Die aktuelle Corona-Pandemie ist weiterhin eine Gefahr für die Gesundheit jedes und jeder Einzelnen und betrifft auch die gesamte Arbeitswelt. Das Ansteckungsrisiko und damit die Gefahr von betrieblichen Krankheitsausbrüchen ist bei der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante hoch. Es gilt daher weiterhin das Ziel, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.« Das meint die für die WfbM zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die hat entsprechende Arbeitsschutzvorschriften formuliert. Wenn Sie wissen wollen, was hinsichtlich der Corona-Pandemie derzeit in den WfbM gilt, dann werden Sie hier fündig:

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard (aktualisiert am 14.04.2022) für Werkstätten für behinderte Menschen

Die Landesarbeitsgemeinschaft WfbM Hessen bietet diese möglicherweise hilfreiche Informationsseite an: Informationen rund um Corona.

Wir müssen immer bedenken, zu welchem Zeitpunkt Berichte veröffentlicht werden – wir haben ja am Anfang über die mittlerweile mehreren Welt miteinander gesprochen. Während zu Pflegeheimen und den Krankenhäusern natürlich unzählige Berichte veröffentlicht wurden, ist die Zahl derer, die sich mit den Werkstätten beschäftigt haben, sehr überschaubar. Hier mal ein Beispiel aus dem Frühjahr 2021, also ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie:

Weniger Aufträge für Behinderten-Werkstätten wegen Corona (14.04.2021): »Werkstätten für behinderte Menschen haben es in der Coronakrise schwer. Einerseits bleiben Aufträge aus, andererseits sind gerade Werkstatt-Beschäftigte wegen ihrer Behinderung besonders gefährdet. Der Weg zu mehr Inklusion ist steinig.«

Und in der ersten Corona-Phase waren die Werkstätten ebenfalls von erheblichen Einschränkungen wie beispielsweise Betretungsverboten betroffen. Dazu dieser Bericht aus Bayern, der im Januar 2021 veröffentlicht wurde:

Kritik am Betretungsverbot: Warum es Behindertenwerkstätten im Lockdown besonders schwer haben (06.01.2021): »Während des Lockdowns dürfen Menschen mit Behinderung in Bayern keiner Beschäftigung nachgehen. Das Sozialministerium argumentiert, sie müssten in der Corona-Pandemie besonders geschützt werden. Der Geschäftsführer der gemeinnützigen Noris Inklusion in Nürnberg, Christian Schadinger, findet das pauschale Betretungsverbot der Werkstätten trotzdem unangemessen – und diskriminierend.«

Und dann noch dieser Hinweis: Es gibt ja auch viele Beschäftigte, die in der Behindertenhilfe arbeiten, darunter auch in den WfbM. Als Sozialpädagogen, Arbeitsanleiter usw. Zu deren Situation im ersten Corona-Jahr und was die für die zuständige Gewerkschaft ver.di gefordert hat:

➔ Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di (2020): Inklusion und Corona: die Perspektive der Arbeitnehmer*innen. Positionspapier der ver.di-Bundesfachkommission Behindertenhilfe und des ver.di-AK Berufliche REHA, Berlin, 22. Juni 2020

(04.05.2022) Hier als Hintergrundmaterial der Hinweis auf einen Podcast zum Thema Inklusion behinderter Menschen in die Arbeitswelt, in dem auch die Werkstätten für behinderte Menschen auftauchen. Es geht nicht um Corona im engeren Sinne, sondern generell um das Thema Inklusion behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt:

➔ DLF: Arbeiten mit Handicap – Wie Inklusion in der Berufswelt gelingt (30.10.2021)
Wie gelingt bislang Inklusion in der Berufswelt? Wie lassen sich noch bestehende Hürden auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt abbauen? Welchen Beitrag leisten dabei Inklusionsbetriebe und Werkstätten? Wie können Beschäftigte mit und ohne Behinderung von Inklusion in der Arbeitswelt profitieren?

(28.04.2022) Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit steht die Frage nach den Auswirkungen und den Bewältigungsversuchen der Corona-Pandemie in den WfbM, in denen mehr als 300.000 Menschen arbeiten. Aber eine bedeutsame Nebenlinie, das konnten Sie den bislang schon zur Verfügung gestellten Material entnehmen, ist eine seit langem laufende grundsätzliche Infragestellung der Werkstätten als Einrichtungen. Dazu aus den vielen Medienberichten dieses Beispiel:

➔ Sandra Tzschaschel (2022): Sind Behindertenwerkstätten gerecht? (19.02.2022): »Behindertenwerkstätten stehen derzeit massiv in der Diskussion. Der Vorwurf: schlechte Bezahlung und mangelhafte Inklusion. Kritiker fordern die Abschaffung der Werkstätten.«

(27.04.2022) Hier finden Sie einen ➞ Überblick über die Werkstätten für behinderte Menschen: »Sie lernen hier, neben dem Aufbau einer WfbM, verschiedene Qualifizierungs­möglichkeiten in den einzelnen Werkstatt-Bereichen kennen und erhalten Infos über die Aufnahme­kriterien bei den Werkstätten. Es werden besondere Qualifizierungs­maßnahmen der WfbM vorgestellt und Sie erfahren, wie der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann. Außerdem werden Alternativen zur Beschäftigung in einer WfbM vorgestellt. Dazu zählen zum Beispiel das Budget für Ausbildung und das Budget für Arbeit.«

Wo gibt es Werkstätten für behinderte Menschen? Dazu diese Seite: Werkstätten nach Bundesländern. Und dort gibt es dann auch alle WfbM in Rheinland-Pfalz: Werkstätten für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz.

(27.04.2022) Die Corona-Krise hat auch Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) hart getroffen. In den meisten Bundesländern galt während des ersten Lockdowns ein Betretungs- und Beschäftigungsverbot für die WfbM-Beschäftigten. Nach dem Lockdown wurden die Verbote aufgehoben, aber eine vollständige Wiederinbetriebnahme ist derzeit nach wie vor nicht möglich. Die Umsätze der Werkstätten werden also nicht so schnell das Niveau der Zeit vor der Corona-Krise erreichen. Der Bundesrat hat im Juli 2020 deshalb einer Änderung der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung zugestimmt und eine Regelung zur Sicherung der Werkstattentgelte aufgenommen. Der Dezember-Lockdown (16.12.2020) führte auch für die Werkstätten wieder zu neuen Einschränkungen. Werkstätten für behinderte Menschen sind oftmals in besonders betroffenen Branchen, wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel, aktiv. Trotzdem bleiben bundesweite Betretungsverbote weitgehend aus. Der Bundesrat hat am 25. Juni 2021 die Regelung zu Sicherung der Werkstattentgelte auch für das Jahr 2021 beschlossen.

(26.04.2022) Was hat es mit diesen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) auf sich? Es handelt sich um eine ganz eigene Welt, mit der wir hier konfrontiert werden.

Da gibt es beispielsweise die BAG WfbM – Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Da haben sich die Werkstätten bzw. ihre Träger organisiert. Sie bekommen auf der Website viele Informationen, aber Sie müssen natürlich berücksichtigen, dass die Informationen dort von den Betreibern der Werkstätten kommen oder deren Anliegen unterstützen sollen.

Einen kurzen Einblick in die historische Entwicklung können Sie diesem Beitrag entnehmen:

➔ Mario Schreiner (2017): Sozialhistorischer Meilenstein oder soziale Isolation? – Werkstätten für behinderte Menschen im Zwielicht

Schon seit vielen Jahren ist das Konzept der WfbM umstritten. Dazu dieser kurze Radio-Beitrag, der Ende des vergangenen Jahres ausgestrahlt wurde:

➔ Christoph Richter (2021): Das überholte Konzept der Werkstätten (29.11.2022): »Werkstätten für behinderte Menschen sind in der Kritik, weil sie oft keine tatsächliche Inklusion ermöglichen. Einblick in diese Praxis der Beschäftigung gibt ein Sammelband, herausgegeben von den beiden Experten Heinrich Greving und Ulrich Scheibner. Sie fordern eine Abschaffung der Werkstätten.«
➞ Der Beitrag als Audio-Datei.

Und hier ein Beispiel aus der Fernsehberichterstattung (aus der Zeit vor der Corona-Krise):

➔ Panorama 3: Behindertenwerkstatt als Sackgasse? (2019)