Corona-Pandemie: Aufarbeitungsversuche mit Blick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und Bewältigungsansätze

Immer mehr Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Analyse der Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Umgangs mit der Krise, darunter auch in dem hier besonders interessierenden Gesundheits- und Sozialwesen.

Hier der Hinweis auf zwei neue Sammelbände, die Sie kostenlos downloaden können.

➔ Silke Jakob und Nikias Obitz (Hrsg.) (2022): Solidarität und Krise. Sozialpädagogische Perspektiven auf Herausforderungen unter krisenhaften Bedingungen, Opladen, Berlin, Toronto 2022

»Krisenzeiten sind schwierig, bergen aber auch Herausforderungen für Individuen und Gesellschaft, die nicht nur negative Konsequenzen haben müssen. Krisen können ein positives Potenzial entwickeln und als Wendepunkt, als Anlass zur Neu- und Umorientierung fungieren. Damit dies gelingt, ist in besonderem Maße Solidarität erforderlich: Gemeinsame Probleme müssen kollektiv bearbeitet, individuelle Interessen zum Schutz anderer zurückgestellt werden. Von diesem Verständnis ausgehend blickt der Sammelband aus sozialpädagogischer Perspektive auf die Coronakrise und darüber hinaus: Was macht die Krise mit uns als Gesellschaft? In welcher Weise sind spezifische Gruppen betroffen und wie gehen sie damit um? Welche Auswirkungen hat die Krise auf individueller Ebene? Die Beiträge beleuchten Herausforderungen und Probleme, aber auch Lösungsansätze.«

Der Blick auf die, die in den zurückliegenden Corona-Monaten oftmals außer Sicht waren: Kinder und Jugendliche

➔ Gunda Voigts und Thurid Blohm (2022): Offene Kinder- und Jugendarbeit in Corona-Zeiten aus Sicht von Fachkräften. Eine empirische Studie zur Situation von Einrichtungen in Hamburg, Opladen, Berlin, Toronto 2022

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit? Das Buch befasst sich sowohl mit den Herausforderungen der Digitalisierung und erschwerter Partizipation als auch dem Dilemma der Fachkräfte, die zwischen ihrer Rolle als Regelhüter und Anwälte der Interessen der Kinder und Jugendlichen navigieren. Präsentiert werden die Ergebnisse von vier empirischen Erhebungen vom ersten Lockdown bis zum Frühjahr 2021, die exemplarisch an Fachkräfte und Experten-Befragungen aufzeigen, wie es um das Arbeitsfeld derzeit steht. Die Autoren beleuchten aktuelle Herausforderungen und Perspektiven und formulieren auf Grundlage der Studien Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis.

Das Buch ist auch vor dem Hintergrund unseres Seminars interessant, in dem es neben der thematischen Fokussierung auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ausgewählte Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens immer auch um den Aspekt eines forschenden Zugangs geht und damit um die Frage, mit welchen sozialwissenschaftlichen Methoden man hier arbeiten kann und muss (und welche vielleicht auch nicht passen).

Dazu aus der Selbstbeschreibung der beiden Verfasserinnen:

»Die Corona-Pandemie hat Adressat*innen wie Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vor besondere Herausforderungen gestellt. Schon im ersten Lockdown zeigte sich, dass die meisten Fachkräfte mit viel Engagement, Kreativität und Flexibilität auf die neue Situation reagierten, um Kinder und Jugendliche weiterhin zu erreichen … Allerdings wurde auch der negative Einfluss auf Prinzipien wie Niedrigschwelligkeit, Freiwilligkeit und Partizipation durch geltende Hygieneschutzverordnungen ersichtlich … Die Frage, wie sich die coronabedingt veränderten Rahmenbedingungen auf das Arbeitsfeld auswirken, stand daher im Fokus empirischer Erhebungen an der HAW Hamburg.
Das Forschungstransferprojekt „Kinder- und Jugendarbeit in Corona-Zeiten“ beinhaltet drei qualitative Fachkräftebefragungen und eine quantitative Online-Erhebung in Einrichtungen zu drei Erhebungszeiträumen (Mai 2020, Dezember 2020, März 2021) zurück. Ein besonderer Fokus liegt auf dem steten Austausch mit der Praxis über die Forschungsergebnisse. In diesem Buch werden erstmals alle Studien bezugnehmende aufeinander vorgestellt und daraus Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis generiert.«